© Sektion Prien am Chiemsee des Deutschen Alpenvereins (DAV) e.V.

Seniorentreffen auf der Priener Hütte

Bergblumenpracht und bezauberndes Akkordeonspiel

24.05.2024

Wohlgerüstet und voller Freude warten wir, Karin und ich, in Sachrang auf das Hüttenauto.

Eine junge Familie mit drei kleinen Kindern, die mit dem Bus ankamen, rüsten sich zum Gehen. Im Auto ist noch Platz für ihren schwersten Rucksack.

Es ist recht kühl auf der Hütte, und wir bekommen sofort einen heißen Tee angeboten. Trotz des wechselhaften Wetters machen wir uns auf Richtung Geigelstein. Es geht nur in kleinen Schritten, denn die Blumenpracht ist so faszinierend und so wunderschön, dass man alles fotografieren möchte. Ganze Hänge sind vom weißen Berghahnenfuß überzogen, dazwischen der gewöhnliche gelbe Hahnenfuß. Mit jedem Schritt entdecken wir die Vielfalt der blühenden Wiesen. Da leuchtet der stengellose Enzian neben seinem Bruder Frühlingsenzian, der in Bayern „Schusternagel“ heißt.

Locker dazwischen wachsen Trollblumen, Frauenmantel, Rote Lichtnelken sowie hellblaue Vergissmeinnicht und dunkelblaue Alpenkreuzblümchen. Über Steine ziehen sich die Kugelblumen und erzählen dem Wundklee kleine Geschichten. Auch die gelben Sumpfdotterblumen an den Wasserlachen bringen ihre Schönheit zur Schau.

Hin und wieder zeigt sich die Sonne. Wir genießen die wechselnden Ausblicke und kehren frohen Mutes zur Hütte zurück:

Freut euch der schönen Erde,
denn sie ist wohl wert der Freud.
O was hat für Herrlichkeiten
unser Gott da ausgestreut.

Inzwischen sind andere Gäste angekommen, und auch wir können unsere Zimmer beziehen. Alle unsere Erwartungen erfüllen sich mit Blick aus dem Fenster.

Die Seniorenfreunde vom Alpenverein sitzen bereits am Tisch. Musik verbindet und gibt der Seele Raum zum Träumen- So beginnt der Akkordeonspieler Stefan Fußeder mit dem Bergsteigerlied, und viele Gäste stimmen ein. Bis spät am Abend spielt er die schönsten Melodien. Auch für die Kinder hat er etwas parat. Die ganze Hütte mit den unterschiedlichsten Menschen strahlt Heiterkeit und Lebensfreude aus.

Voller Zufriedenheit kuschele ich mich dann in meinen warmen Schlafsack und denke an die schöne Zeit mit Martin und den Alpenvereinskindern zurück. Und auch jetzt bin ich einfach glücklich.

Zeitig am Morgen wecken mich die Kühe mit ihren Glockentönen. Sie sind kein Langschläfer und lieben die Gemeinschaft. Auch uns erwartet ein leckeres Frühstück. An dieser Stelle danke ich allen, die uns diese schönen Stunden mit ihrem Einsatz geschenkt haben. Heimatfreude und Dankbarkeit erfüllen mein Herz.

                                                                                                                                            Uschi Schmölling